Dass Gin also aus England kommen muss, gehört in den Bereich der Geschichte. Münchner Hinterhöfe eignen sich hierzu ganz hervorragend. Bereits im Herbst 2007 haben die beiden ehemaligen Historiker Maximilian Schauerte und Daniel Schönecker eine Brennerei im Herzen Münchens gegründet. Beide hatten sich noch in gemeinsamen WG Zeiten während eines Studiums in Sachen Destillationskunst befleißigt. Aus dem anfänglichen Hobby wurde später die Profession. Die sprichwörtliche Schnapsidee hatte sie auf den rechten Pfad geleitet.

Mit The Duke Gin und Lion´s Vodka entstanden im Laufe der Zeit zwei erstklassige Produkte, mit einer klaren regionalen Handschrift. Der gute Münchner Gin passt perfekt zu Felix Haags Drinkkreationen. Der Bio-Barkeeper besuchte die Jungs in der Destillerie. Wie wird mitten in der Münchner City eine typisch englische Traditionsspirituose interpretiert? Was macht den Duke Gin so besonders? „Die Rohstoffe können wir überwiegend aus der Region beziehen,“ sagt Daniel Schönecker. „Unser Betrieb ist außerdem biozertifiziert, das bedeutet ausschließlich  unbehandelte, naturbelassene Zutaten aus biologischem Anbau finden den Weg in unseren Gin.

Beim THE DUKE Gin haben sich die Macher auf das klassische Herstellungsverfahren in zwei Schritten entschieden, der Mazeration und Destillation. „Bei der Mazeration werden unsere Kräuter und Gewürze in hochprozentigem Getreidealkohol ausgelaugt. Anschließend wird das Mazerat in die Brennblase gefüllt und der Gin abdestilliert“, erklärt Daniel Schönecker. „Insgesamt destillieren wir zweimal, zuerst den Rau- und dann den Feinbrand.“ fügt Maximilian Schauerte hinzu. Beim Gin bilde der Getreidealkohol die Grundlage auf der sich die Wacholderbeere und die weiteren Drogen entfalten könne. „Eine dezente Kornnote darf minimal zum Geschmack beitragen, soll aber in erster Linie sehr mild und weich sein,“ weiß Felix Haag. Eine Mischung aus Weizen und Roggen habe laut den beiden Münchner Brennern den Ansprüchen an einen feinen Getreidealkohol am besten genügt.

Ob Bio denn wirklich Sinn macht bei einer destillierten Spirituose? „Wer einmal den Geschmack unbehandelter Wacholderbeeren verkostet hat, wird den gewaltigen qualitativen Unterschied sofort bemerken,“ so Maximilian Schauerte. „Grundsätzlich geht es bei Bio-Produkten um die Art und Weise der Lebensmittelerzeugung und die Form der Landwirtschaft, stellt Felix Haag fest. Weizen und Roggen sind also nicht mit chemischen Pflanzenschutzmitteln behandelt, der Ackerboden wird auch nicht chemisch synthetischen Düngemitteln gepimpt. Gentechnik ist ebenso wenig erlaubt. Bio macht auch bei Destillaten durchaus Sinn. Das muß aber nicht heißen, dass Bio grundsätzlich und stets besser schmeckt“, gibt der Barkeeper mit der international höchsten Ausbildung zu Bedenken. Ich habe schon viele Gins ausprobiert, der Gin, den die Jungs machen gehört zu meinen absoluten Favorites.“